Deutsche Vorzeit - Freie und Hansestadt Stadt Hamburg

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Zeittafel  I  zur deutschen Geschichte: 1000 v.Chr - 900 n.Chr.


Germanien zur Zeit der römischen Antike und im Frühmittelalter


2000 bis 1000 v.Chr.
Einwanderung der indoeuropäischen Völker (Italiker, Griechen, Kelten, Slawen und Germanen) nach Europa

bis ca. 200 v.Chr.
Ausbreitung der Germanen über Skandinavien, Deutschland, die Niederlande und Polen; Unterscheidung in Nordgermanen (Skandinavier), Ostgermanen (aus Skandinavien ausgewanderte Völker östlich der Elbe, die späteren Teilnehmer der Völkerwanderung) und Westgermanen (in Deutschland und den Niederlanden, die späteren Deutschen, Holländer und Engländer.
Julius Caesar (100 - 44 v.Chr.), der Eroberer von Gallien und Teilen Germaniens und Britanniens
um 120 bis 101 v.Chr
Eintritt der Germanen in die römische Geschichte: Kimbern und Teutonen wandern nach Sturmfluten von der dänischen Nordseeküste und der Elbe über Böhmen und Serbien in die Alpen und dringen 113 v.Chr. siegreich in das römische Reich ein .
um 50 v.Chr.
Eroberung Galliens (Frankreichs) und einiger germanischer Provinzen durch Julius Caesar:
die Römer dringen im Westen bis zum Rhein, im Süden bis an die Donau vor.
9 n.Chr.
Versuch der Römer unter Kaiser Augustus, Germanien bis an die Elbe zu erobern und dem röm. Reich einzugliedern;
vernichtende Niederlage des römischen Generals Varus gegen den Anführer der erstmals vereinigten Germanen, den Cherusker-Fürsten Arminius (Hermann) im Teutoburger Wald;
nach dem Verlust von ca. 50000 Soldaten geben die Römer alle Eroberungspläne in Germanien endgültig auf.

Augustus, erster römischer Kaiser (27 v.Chr. - 14 n.Chr.)
um 98 n.Chr.
Erscheinen der "Germania" von Cornelius Tacitus (ca. 55 - 116 n.Chr)  
seit 166 n.Chr.
verschiedene südgermanische Völker (Markomannen, Chatten, Alamannen) verunsichern die Nordgrenzen des römischen Reiches - Rom wächst nicht mehr, sondern geht dank der Germanen seit Kaiser Marcus Aurelius (161 - 180, gestorben in Vindobona [Wien]) langsam seinem Untergang entgegen  
um 200
Beginn der großen germanischen Völkerwanderung in Europa: die ostgermanischen Goten, Vandalen, Burgunder und andere germanische Völker verlassen ihre Siedlungsgebiete an der Ostseeküste und in Norddeutschland und ziehen nach Süden; die Goten wandern durch Südost-Europa und erreichen das schwarze Meer, dort teilen sie sich in Ostgoten und Westgoten  

Marcus Aurelius im Abwehrkampf gegen die Germanen
um 350  
am schwarzen Meer in der Nachbarschaft des römischen Reiches lebend, das seit Kaiser Konstantin dem Großen (306 - 337) christlich geworden ist, werden die Goten Christen; der westgotische Bischof Wulfila übersetzt die Bibel in die gotische Sprache (die ersten christlichen Germanen!)      
375 bis 378
die Westgoten dringen aus Furcht vor den Hunnen, die von Asien nach Osteuropa hereinbrechen, ins römische Reich ein (Sieg über die Römer bei Adrianopel, 378)  
um 400
Wanderung der Burgunder von Nordostdeutschland an den Rhein, dort Gründung des legendären Wormser Burgunderreichs (407), (Nibelungenlied), das nach Zerstörung durch den römischen Feldherrn Aetius um 443 in die Schweiz (Genfer See) verlegt wird

Westgotenkönig Alarich erobert Rom (Zeichnung aus dem 19. Jh.)
406
Zug der ostgermanischen Vandalen westwärts über den Rhein, quer durch Frankreich, nach Spanien (409, "Vandalusien"), von dort 429 weiter nach Nordafrika, wo sie, im heutigen Tunesien, für 100 Jahre herrschten; mit den Vandalen zog ein Teil der ebenfalls von der Ostsee stammenden Sueven (Schwaben) bis nach Spanien, wo sie dann den Nordwesten beherrschten, bis ihr Reich dort von den seit 507 eingewanderten Westgoten ,geschluckt‘ wurde; die übrigen Sueven spalteten sich unterwegs ab und ließen sich im heutigen Schwabenland nieder  
410die Westgoten sind seit 382 ziellos über Griechenland und Jugoslawien nach Italien gewandert und plündern und zerstören unter ihrem König Alarich die Stadt Rom (erstmals seit 800 Jahren, seit dem Gallier-Überfall von 387 v.Chr., erobern Feinde die Hauptstadt des römischen Reiches!)      
419 bis 507
Reich der Westgoten in Südwestfrankreich mit der Hauptstadt Tolosa (heute Toulouse)
seit 420
norddeutsche Angeln, Sachsen und Jüten setzen über die Nordsee nach England über und beenden die römische Herrschaft in Britannien; zur gleichen Zeit erobern die westgermanischen Franken nach und nach fast alle römischen Provinzen in Gallien ("Frankreich"); ebenfalls zur gleichen Zeit setzen sich die aus Italien kommenden Westgoten in den ehemals römischen Gebieten Südfrankreichs fest, von wo sie 507 von den Franken unter Chlodwig vertrieben werden und nach Spanien weiterziehen; dort herrschen sie, bis 711 die moslemischen Mauren Spanien erobern, die erst 1490 wieder nach Afrika zurückgejagt werden konnten  
    
seit 475  
Ausbreitung der Alamannen über ganz Süddeutschland, Westfrankreich und die Schweiz  

476
Odoaker, ein germanischer Heerführer im Dienst der Römer, setzt den letzten römischen Kaiser Romulus Augustulus vom Thron ab und übernimmt selbst die Herrschaft; damit ist im Westen Europas die Geschichte des römischen Reiches zu Ende; das oströmische Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel besteht weiter, bis es 1453 von den Türken erobert wird, aber dort spricht man bald nicht mehr lateinisch, sondern griechisch, und dort ist man nicht römisch-katholisch, sondern orthodox  

481 bis 511
Regierungszeit des merowingischen Frankenkönigs Chlodwig: Begründung der Merowinger- Dynastie, die bis 751 über das fränkische Reich herrschen sollte, Zusammenschluß der niederrheinischen Stämme und Beginn der fränkischen Expansion in der ehemaligen römischen Provinz Gallien;
Chlodwig I. läßt sich 498 als erster germanischer Herrscher katholisch taufen  

Chlodwig, Begründer der Merowinger-Herrschaft bei den Franken (Bronzefigur, um 1500)
seit 493
Theoderich, der König der Ostgoten, die vom schwarzen Meer nach Italien gewandert sind, regiert das ehemalige Kernland des römischen Reiches; das ganze (west-)römische Imperium ist germanisch  
507
die Franken unter Chlodwig I. verdrängen das Westgotenreich von Frankreich nach Spanien  
nach 530
Zusammenbruch der Reiche, welche die Germanischen Wandervölker auf dem einstigen römischen Gebiet gegründet haben:
- 534 Eroberung des Genfer Burgunderreichs durch Franken
- 535 Zerstörung des nordafrikanischen Vandalenreichs durch den oströmischen (byzantinischen) Admiral Belisar
- 553 Rückeroberung des ostgotisch beherrschten Italien durch den oströmischen General Narses
- 711 Übernahme des Westgotenreichs in Spanien durch die arabischen Mauren  
553 bis 568
Italien steht für nur 15 Jahre wieder unter römischer, jetzt allerdings byzantinischer Herrschaft (Kaiser Justinian I., 527 - 565)

Karl Martell


Reiterstandbild Karls des Großen (Bronze, 9. Jahrhundert)


Kaiserkrönung Karls des Großen (Gemälde aus dem 19. Jahrhundert)
568ein neues Germanenvolk dringt aus Deutschland nach Italien ein, die noch nicht christianisierten Langobarden; sie beherrschen das ‘Hauptquartier’ des ehemaligen Römerreichs über 200 Jahre, bis sie 774 von den Franken unter Karl I. dem Großen besiegt und dem fränkischen Großreich einverleibt werden      
711
das Westgotenreich in Spanien bricht nach inneren Machtkämpfen zusammen; Beginn der über 700jährigen Besetzung Spaniens durch die Araber  
732
Karl Martells (Großvater Karls des Großen) siegt bei Tours und Poitiers über die von Spanien her auf das Frankenreich vorrückenden Araber  
751
Absetzung des letzten fränkischen Königs aus der Dynastie der Merowinger; die Macht im Frankenreich übernimmt der ehemalige ‘Hausmeier’ Pippin der Jüngere, der Vater Karls I. des Großen (von ihm abgeleitet die Dynastie der "Karolinger")  
772 bis 804
Karl der Große, seit 768 König der Franken, unterwirft in jahrzehntelangen Feldzügen nach Norddeutschland die heidnischen Sachsen seiner Herrschaft und läßt sie missionieren; fast alle Teile des späteren Deutschlands sind erstmals unter einem Staatsverband vereinigt  
774Eroberung des italienischen Langobardenreichs und Einverleibung ins fränkische Großreich durch Karl den Großen; das Frankenreich besteht jetzt aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Norditalien bis über Rom hinaus      
800
Krönung Karls I. des Großen zum Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches" durch Papst Leo III. in Rom (Höhepunkt der fränkischen Großmachtstellung in Europa und Übergang von der Antike zum Mittelalter)  
seit 834
verheerende Überfälle der nordgermanischen Wikinger auf das Frankenreich im Bereich der Rheinmündung und entlang der nordfranzösischen Küste  
834
die Enkel Karls des Großen teilen das Frankenreich unter sich auf: es entstehen die Keimzellen für die späteren Nationalstaaten Frankreich und Deutschland

911
mit dem Tod Ludwigs III. ("das Kind") sterben die deutschen Karolinger aus; der Dynastie-Wechsel zu den sächsischen Ottonen und die damit verbundene endgültige Abtrennung Westfrankens markiert die Entstehung der unabhängigen Monarchien Deutschlands und Frankreichs  

 




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